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SUMMARY:Dieter Braeg Betriebsbesetzung – Verdrängtes Mittel gegen Arbeitsplatzraub?
DESCRIPTION:Diskussionsveranstaltung mit Kurzfilmvorführung und Buchvorstellung „Erwitte – ´Wir halten den Betrieb besetzt´“ mit Dieter Braeg (Herausgeber)\nFast am Ende des sogenannten „Roten Jahrzehnts“ wurde in einer Kleinstadt\, dem westfälischen Erwitte\, Gewerkschafts­geschichte geschrieben. Ein Teil der 150 Beschäftigten des dortigen Zementwerkes Seibel & Söhne – viele hatten in harter verschleißender Arbeit und bei überlangen Arbeits­zeiten das Werk nach dem Krieg wiederaufgebaut – fanden sich plötzlich auf einer Entlassungsliste. Der Unternehmer reagierte damit auf die Folgen des Preiskriegs in der Zement­industrie. Das selbstherrliche Auftreten und der respektlose Umgang des Firmenchefs Clemens Seibel mit seiner „Gefolg­schaft“ veranlasste die Arbeiter zu einem außergewöhnlichen Schritt. Sie besetzten den Betrieb.\nDas war die erste Betriebsbesetzung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Das Buch enthält die zentralen Dokumente dieses Arbeitskampfes\, der auch ein Angriff auf das alleinige Verfügungsrecht des Unternehmers über sein Kapital war. \nIm Laufe dieses Konflikts wurden die Frauen der Zement­werker zu selbstbewussten Akteurinnen und begannen ihre traditionellen Rollen zu hinterfragen. „Erwitte“ löste eine Prozesslawine aus\, die über ein Jahrzehnt dauerte und die Gewerkschaft IG Chemie-Papier-Keramik einen zweistelligen Millionenbetrag kostete. Ein guter Teil dieser Summe im Schadens­ersatzprozess kann auch als abschreckende Strafe für die Verlet­zung der bürgerlichen Eigentumsrechte ange­sehen werden. Dieses Urteil blieb nicht ohne Folgen für die weitere Politik der Gewerk­schaften. \n
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