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SUMMARY:NS-Verbrechen in Griechenland und der Kampf um Entschädigung
DESCRIPTION:Am 10.Juni 1944 verübt eine SS-Einheit ein Massaker im zentralgriechischen Ort Distomo\, 218 Dorfbewohner*innen werden ermordet. Distomo steht dabei symbolisch für zahlreiche Massaker\, die von SS- und Wehrmachtseinheiten in Griechenland verübt wurden. Bis heute hatten diese Kriegsverbrechen keinerlei rechtliche Konsequenzen in Deutschland oder Österreich\, weder wurden die Täter verurteilt noch die Opfer entschädigt. Der Arbeitskreis Distomo setzt sich für die Aufarbeitung dieser Vergangenheit in Deutschland ein\, fordert Entschädigungsleistungen für NS-Opfer und unterstützt Klagen von Überlebenden. AK Distomo arbeitet auch mit slowenischen Opferverbänden zusammen\, die für Entschädigunszahlungen für Betroffene der Germanisierungspolitik und Zwangsarbeit im Großdeutschen Reich kämpfen. AK Distomo wird einen Überblick über die NS-Entschädigungspolitik in der BRD geben\, sowie von laufenden und geplanten Aktivitäten erzählen. \nAK Distomo (Hamburg) // Sprache: Deutsch \n****************************** \nIm Rahmen unserer Veranstaltungsreihe:\n„What a Shitty Sunday“ – Griechenland und Österreich seit dem 2. Weltkrieg. Historische und Politische Zusammenhänge \nmehr Infos // english translation: https://present-history.at/aktivitaten/veranstaltungsreihe-what-a-shitty-sunday \n****************************** \nIdee und Hintergrund: \nAn einem Sonntag im Dezember 1944 findet in Athen eine Demonstration zur Befreiung von der NS-Besatzung statt und wird in der Folge von der Britischen Armee angegriffen. Dieses Ereignis steht symbolisch für einen historischen Wendepunkt: In Griechenland führen die politischen Konflikte zwischen der antifaschistischen Widerstandsbewegung und einer Koalition aus Bürgerlichen und NS-Kollaborateur*innen bald zu einem blutigen Bürger*innenkrieg. Auf globaler Ebene markiert dieses Ereignis das Auseinanderbrechen der antifaschistischen Allianz der Alliierten und den Beginn der Systemkonkurrenz im Kalten Krieg. \nDen angesprochenen Sonntag erlebt der spanische Kommunist Jorge Semprún als Häftling im KZ Buchenwald. Er beschreibt den Tag im autobiografischen Roman Quel beau dimanche! – What a Beautiful Sunday! (1980)\, verknüpft dies mit Erlebnissen an anderen Orten zu anderen Zeiten und erzählt so eine kritische Geschichte der europäischen kommunistischen Bewegung des 20. Jahrhunderts. Die Ereignisse an diesem Wintersonntag in Griechenland werden auch von den Häftlingen in Buchenwald diskutiert\, eine Person kommentiert: „What a Shitty Sunday!“ \nDer Titel unserer Veranstaltungsreihe ist von diesem Roman inspiriert\, der Zweite Weltkrieg und die Zeit danach wird aus einer transnationalen\, europäischen Perspektive erzählt. Kommunisten verschiedener Länder diskutieren in einem NS-Konzentrationslager über die griechische Politik. Demgegenüber erzählen dominante Erinnerungskulturen Geschichte aus einer rein nationalen Perspektive. In Österreich bleibt Griechenland und der ‚Balkan‘ in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus meist ausgeblendet. Diese Perspektive wollen wir in der Veranstaltungsreihe kritisch hinterfragen\, verdrängte oder vergessene Aspekte der Geschichte des Zweiten Weltkriegs beleuchten und auch die Geschehnisse der Folgejahrzehnte betrachten. \n
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