Das Revolutionsjahr 1848 Ein Dachbodenfund
Durch Zufall gelangte ein Buch in einer fremdländischen Handschrift in das Stift Melk, wo ein Pater die Sätze aus den hebräischen ins lateinische Alphabet transkribierte. Es war ein Sensationsfund: ein detailliertes Tagebuch über die Revolution in Wien 1848/50.
In weiterer Folge gelangte dieses – Tagebuch eines unbekannten Verfassers – über das Institut für jüdische Geschichte Österreichs (St. Pölten) an den österreichischen Historiker und Judaisten Wolfgang Gasser zur wissenschaftlichen Bearbeitung.
Hagnot Elischka bekam vor fünf Jahren – ebenfalls durch Zufall – seine Dissertation darüber in die Hand. Er hatte im Verlaufe seiner langwierigen Recherche auch den Autor des bis dahin anonymen Tagebuchs herausgefunden: Schrift, Sprache und Stil ließen auf einen liberal gesinnten, deutschsprachigen Juden schließen, der aufgrund eigener Angaben und der Familienlisten der tolerierten Juden in Wien, als Benjamin Kewall identifiziert werden konnte. – Ein jüdischer Journalist, der für mehrere in- und ausländische Zeitungen arbeitete.