Karin Pauer & Aldo Giannotti – FOR NOW
10. Juni, 19:00 - 22:00
kostenlos
Mit ihrer ortsspezifischen Performance-Installation FOR NOW markieren Karin Pauer und Aldo Giannotti das Ende der letzten brut-Saison am Standort nordwest. Anhand eines Wandbildes in progress reflektieren sie gemeinsam mit Performer*innen und Musiker*innen über Abschiede und die gesteigerte Aufmerksamkeit, die solche Momente erzeugen. FOR NOW lädt das Publikum ein, drei Tage lang einen Ort im Wandel zu erleben und diesen Moment des Übergangs zu teilen.
Ein Gebäudekomplex, der bald abgerissen wird, ein Theater, das sich auf seinen Umzug vorbereitet: Jede Handlung ist getragen vom Bewusstsein eines „letzten Mals“ und von allem, was an diesem Ort bis jetzt geschehen ist. Die Choreografin Karin Pauer und der bildende Künstler Aldo Giannotti arbeiten schon länger an gemeinsamen Projekten. Mit FOR NOW markieren sie den Abschluss der letzten Saison von brut Wien am Standort in der Nordwestbahnstraße. Die ortsspezifische Performance-Installation reflektiert über das Abschiednehmen. FOR NOW versteht diesen Zeitpunkt als Schwelle, an der sich ein kollektiver Moment verdichtet: Ein Ort wird noch einmal gemeinsam wahrgenommen und aktiviert, im Wissen um seine Geschichte und sein bevorstehendes Verschwinden.
An drei Abenden wird die lange Mauer im Hof von brut nordwest zur Oberfläche eines sich entwickelnden Mural. Über mehrere Stunden hinweg folgen Performer*innen und Publikum einer sich wiederholenden Partitur, in der sich Zeichnung, Bewegung, Stimme, Begegnung und Klang allmählich verdichten. Pauer und Giannotti setzen mit dieser Arbeit auf Langsamkeit und verzichten bewusst auf Verwertbarkeit. Sie bieten eine Alternative zum produktivitätsgetriebenen Tempo, das unser Leben sonst häufig prägt. Indem sie sich Geschwindigkeit und Effizienz widersetzt, eröffnet die Performance ein anderes Zeitgefühl, in dem Aufmerksamkeit, Fürsorge und Zusammengehörigkeit Vorrang vor Vollendung und Produktivität haben. Das Publikum bewegt sich durch einen wiederholenden Parkour durch Räume, die normalerweise nicht für alle offen sind, und begegnet wechselnden Stimmungen, subtilen Einladungen und leisen Störungen. Der Ort selbst wird dabei zu einem aktiven Rahmen, der die Aufmerksamkeit auf seine Geschichte, seine Gegenwart und sein Verschwinden lenkt.
Info
Content Notes
Das Publikum bewegt sich frei, es gibt Sitzmöglichkeiten.