Queere Komponist*innen
28. Oktober, 18:00 - 19:30
7€Waren Frédéric Chopin oder Franz Schubert schwul? Alleine die Frage bringt Fans der Komponisten in Rage. Dabei gibt es in beider Biografien Hinweise, dass sie Männer begehrten, auch wenn sie nicht im Sinne seiner heutigen Bedeutung als „schwul“ bezeichnet werden können. Anders verhält es sich mit der Liebesbeziehung von Ethel Smyth zu Elisabeth von Herzogenberg, die heute unbestritten ist. Trat doch die in ihrer Zeit hochgeschätzte britische Komponistin offen für Frauenrechte ein und komponierte Musikstücke für die junge Bewegung, wie ihren berühmten „March of the Women“. Wilma Webenau wird als Komponistin erst in den letzten Jahren wiederentdeckt. Der Schülerin von Arnold Schönberg gelang nie der wirkliche Durchbruch. Verhinderte ihre sexuelle Orientierung eine größere Karriere? Gegenüber der Popmusik ist Queerness in der klassischen Musik selbst heute noch ein tabubesetztes Thema, wie auch jüngere Beispiele zeigen.
Mag. Andreas Brunner ist Historiker, Ausstellungskurator, Stadtführer und Aktivist, der seit bald drei Jahrzehnten die queere Geschichte Österreichs erforscht. Seit 2025 ist er wissenschaftlicher Leiter von „Qwien – Zentrum für queere Kultur und Geschichte“ in Wien.